Comité de Pilotage – démarche d’extension de la candidature UNESCO. 3 novembre 2025.
Ph : Julia Schrade, 2025
Die traditionelle Bewässerung wurde 2023 auf Initiative von sieben europäischen Ländern (Belgien, Deutschland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich und der Schweiz) in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Die Eintragung bedeutet für viele Wassergenossenschaften in Europa die internationale Anerkennung ihrer Praxis als kulturelles Erbe.
Obwohl Frankreich sich an der ursprünglichen Eintragung nicht beteiligt hatte, teilt es den Wert für die Menschheit dieses Kulturerbes jedoch voll und ganz. In Frankreich werden noch heute mit Hilfe von Gräbern und Kanälen, bekannt als “béals”, “rigoles“, “filioles” oder auch “béatchs” über tausenden von Kilometern unterschiedliche Gebiete wie die Alpen, die Pyrenäen, die Cevennen, in der Provence oder auf Korsika bewässert, dank der Unterstützung lokaler Wassergenossenschaften, die sich um die kollektive Wasserbewirtschaftung organisieren.
Das EIREST Team (Équipe Interdisciplinaire de Recherches sur le Tourisme, Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne) wurde vom französischen Kulturministerium unterstützt, um die Praktiker der Schwerkraftbewässerung („Wässerer“) in Frankreich zu identifizieren und sie dann zur Gründung einer nationalen Trägergemeinschaft zu animieren.
Dieses Projekt wurde mit der Einreichung einer Bewerbung für die Erstellung eines Eintrages in das französische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Anfang 2024 gekrönt. Im Juni des selben Jahres, hat der Fachbeirat für das ethnische und immaterielle Erbe die Bewerbung angenommen. Der nächste Schritt ist nun das Verfahren für die Erweiterung auf der Repräsentativen Liste der traditionellen Bewässerung (UNESCO).
Der Verein ASAIG, in Zusammenarbeit mit sowohl den bereits eingetragenen Traditionsträger*innen und Staaten als auch mit den neu dazu stossenden, engagiert sich voll und ganz im Verfahren zur Erweiterung der UNESCO-Eintrags der traditionellen Bewässerung. Die Herausforderung ist zweifach : Frankreich in die bestehende Repräsentative Liste zu integrieren und andere Länder wie Griechenland, Spanien und Portugal sowie auch eine zusätzliche Wasserregion in Österreich in diesem Erweiterungsverfahren für März 2026 zu begleiten.
Dieses Verfahren beruht auf vier Pfeilern :
Identifizierung der Gebiete und deren aktiven Wassergenossenschaften
Eine Erfassung der Gebiete, in denen die Schwerkraftbewässerung noch heute praktiziert und von ortsansässigen Helfern, wie zugelassene Gewerkschaftsverbände (ASA), Landesverbände, Vereinigungen Freiwilliger, bewässerungsabhängige Landwirte, Verwaltungsgemeinden, Naturparks usw. mitgetragen wird, ist im Gange. Diese Gemeinschaften und diverse andere Akteuren müssen bei dem Verfahren gleich am Anfang mit beteiligt werden und Ihr Einverständnis geben.
Sammeln der Unterlagen, die Praktiken, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten der traditionellen Bewässerung schildern
Gemäß der Konvention von 2003 setzt die Eintragung bei der UNESCO den Eintrag in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes als Aufnahmekriterien voraus. In den Jahren 2023-2024 hat das Team EIREST (Universität Paris 1 Panthéon-Sorbonne) in Zusammenarbeit mit dem Kulturministerium und den Wassergenossenschaften, alle Unterlagen, Archivalien oder Dokumente betreffend Praktiken, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten der traditionellen Bewässerung sowie auch die aktuellen Herausforderungen um es zu schützen), gesammelt.
Anschluss ans europäischen Netzwerk :
Die Einreichung durch verbündete Trägerschaft in sieben Ländern, begünstigte den Aufbau eines internationalen Kooperationsnetzwerks, das vom Internationalen Zentrum für traditionelle Bewässerung (IZTB) in der Schweiz koordiniert wird, um die wissenschaftliche und kulturelle Kohärenz des Erweiterungsansatzes zu gewährleisten und die Dynamik der Zusammenarbeit zwischen den Partnerländern zu festigen.
Mobilisierung von Institutionen und öffentlicher Politik
Der französische Staat begleitet diese Erweiterung über das Kulturministerium sowohl auf administrativer als auch auf finanzieller Ebene. Es geht auch darum, die Beiträge der lokalen Trägerschaft und der beteiligten Wasserwirtschaftsstrukturen im Einklang mit der Politik zum Schutz der Kulturlandschaften und der nachhaltigen Landwirtschaft zu koordinieren.
Veranstaltungen von internationalen Treffen der Trägergemeinschaften und ihrer institutionellen Unterstützer zur Mitgestaltung der Kandidatur. Erstellung des UNESCO-Erweiterungsdossiers in Verbindung mit dem IZTB und den weiteren Ländern des Erweiterungsverfahren (2025-2026).
Travaux de rénovation 2 d’un vieux canal, à Los Masos (Pyrénées-Orientales), 2025
Ph. Jean-Yves Quinette
