Die traditionelle Bewässerung, in Frankreich bekannt als Bewässerung durch Schwerkraft, ist eine uhralte Technik, die die Schwerkraft nutzt, um Wasser von einer natürlichen Quelle oder einem Wasserlauf über ein System von Kanälen und Gräben auf Wiesen, in Gärten und Obstgärten sowie auf andere Anbaugebiete zu leiten. Ein wichtiges Element dieser Technik ist das Wasser zwischen alle Nutzer, Menschen, Pflanzen und Tiere, fair aufzuteilen.
Traditionnelle Bewässerung oder Bewässerung durch Schwerkraft entstand vor mehreren Jahrtausenden zuerst in der Region « Fruchtbarer Halbmond » auf. In Europa kann man sie wissenschaftlich seit der Antiken beweisen. Es gibt heutzutage auch Anzeichen, dass Kanäle aus noch früheren Zeiten stammen könnten. Archäologischer Ausgrabungen in den französische Nord Alpen (Maurienne, Tarantaise und Bourg Saint Maurice) zeugten von Stätten mit landwirtschaftlichen Aktivitäten und Kanäle.
Im Mittelalter hat sich die traditionnelle Bewässerung oder Bewässerung durch Schwerkraft dank des wissenschaftlichen und technischen Fortschritt sowie der Gründung von organisierten Genossenschaften zur Wassernutzung endgültig weiterverbreitet.
Obwohl diese traditionelle Bewässerung in ganz Frankreich anwesend ist, ist sie am meisten in den Bergregionen (Alpen, Pyrenäen und Cevennen) und im Mittelmeerraum (Korsika, Provence und Katalonien) verbreitet.
Entrtien du canal de Dorres au début de l’été avec les co-usagers de l’eau (Pyrénées-Orientales)
Ph. Thierry Ruf, 2006
Eine Technik aber auch eine Kultur des Wassers
Traditionnelle Bewässerung oder Bewässerung durch Schwerkraft ist nicht nur eine Bewässerungsmethode. Sie ist weit mehr. Sie basiert auf dem kollektiven Konzept der Wasserbewirtschaftung als Gemeingut, das sich an gemeinsamen Normen und Grundprinzipien orientiert :
Gerechtigkeit bei der Nutzung und Verteilung von Wasser
Durchgehender Wasserfluss bis zur dessen Rückgabe in einem Wasserlauf oder anderen Graben / Kanal,
Diese Einstellung hat zur nachhaltigen Formen der Zusammenarbeit zwischen den Nutzern geführt. Sie war so tief bei den Nutzern eingeprägt, dass die anhaltenden Bemühungen und manchmal auch die Opfer, die im Laufe der Zeit gebracht wurden, um die für diese Praxis erforderlichen Infrastrukturen aufzubauen, zu unterhalten und langfristig zu sichern, sich als ganz natürlich erwiesen.
Ein bedeutender Beitrag zum ökologischen Gleichgewicht
Über ihren landwirtschaftliche Dimension hinaus spielt die traditionnelle Bewässerung oder Bewässerung durch Schwerkraft eine wichtige Rolle bei :
Allerdings ist diese Praxis heutzutage gefährdet. Schuld daran sind hauptsächlich neue Bestimmungen, ein komplexer Verwaltungsaufwand, ungenügende Instandhaltung und die Auswirkungen des Klimawandels (starke Fluten oder Trockenheit).
Die Anerkennung als Immaterielles Kulturelles Erbe
Die traditionnelle Bewässerung oder Bewässerung durch Schwerkraft, die in das französische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes im Juni 2024 und seit 2023 von sieben europäischen Ländern in die Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen wurde, ist ein solidarisches und nachhaltiges Modell für Wasserbewirtschaftung und Wasserkreisläufe Regenerierung, welches dringend geschützt werden muss.
Diese Internetseite bietet Ihnen Einblick und Information über die Geschichte dieser althergebrachten Bewässerung, über Landesteile Frankreichs, in denen sie noch zu finden ist und die Maßnahmen, die ergriffen werden, um dieses Erbe an künftige Generationen weiterzugeben
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Canal gravitaire de Génolhac avec le président de l’ASA (Génolhac, Gard)
Ph. Thierry Ruf, 2019
Dieser Verein wurde von Wassergenossenschaften und Wissenschaftler im November 2024 gegründet. Schwerpunkt des Vereins ist die Erhaltung und Weitergabe der traditionnelle Bewässerung oder Bewässerung durch Schwerkraft. Dazu gehört auch die Aufgabe den besondere Wert dieser Bewässerung, der seit Jahrtausende bewiesen ist, für die Landwirtschaft, die Natur und der Ökosysteme anerkennen zu lassen.
ASAIG mit Sitz in Montpellier (Frankreich) vereint Landwirte, Forscher, Manager und Enthusiasten, die ein gemeinsames Ziel teilen : die traditionelle Bewässerung zu schützen und zu fördern, zum Beispiel in dem der Verein sich für das Verfahren der Erweiterung der traditionellen Bewässerung einsetzt oder lokale Akteure bei der Verwaltung und Aufwertung deren Bewässerungsanlagen, unterstützt.
Wenn Sie der ASAIG beitreten, werden Sie Teil eines Netzwerkes, das sich für die Erhaltung des Wassererbes, die Verteidigung der Wasserrechte und die Weitergabe von Know-how an zukünftige Generationen einsetzt.
Assemblée générale de l’ASA de Prades (Pyrénées-Orientales)
Ph. Jean-Yves Quinette, 2023
Manières de voir, manières de faire : moderniser les canaux gravitaires
Les irrigations dans le département des Bouches-du-Rhône : Rapport sur le concours ouvert en 1876 pour le meilleur emploi des eaux d’irrigation
Rapport de mission sur les Associations Syndicales Autorisées (ASA) en hydraulique agricole
Rapport sur l’évaluation des externalités et services associés à l’irrigation gravitaire.
Blé dur irrigué par gravité (Mallemort – 13)
Ph. Jean-Pierre Dulout, 2023